lebendiger Ort für Erinnerung und Austausch
Am 13. März 2026 wurde in Kiel mit „Stadtgeschichte hoch 3“ ein neuer Ort für historische Bildung, Forschung und Begegnung feierlich eröffnet. Im ehemaligen Bundesbankgebäude in der Hopfenstraße bündeln nun das Stadtarchiv, die Werkstatt 20. Jahrhundert sowie die Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte ihre Arbeit und schaffen gemeinsam ein offenes Forum für alle, die sich aktiv mit der Vergangenheit der Stadt auseinandersetzen möchten.



Auf rund 3.300 Quadratmetern ist ein vielseitiger Raum entstanden, der weit über klassische Archivarbeit hinausgeht. Neben einem modernen Lesesaal mit umfangreichen Beständen – darunter Millionen Fotografien, Dokumente und Karten – lädt insbesondere die Ausstellung zum Nationalsozialismus dazu ein, Geschichte nicht nur zu betrachten, sondern zu hinterfragen und mitzugestalten. Interaktive Elemente und dialogorientierte Angebote eröffnen dabei neue Zugänge zur historischen Auseinandersetzung.


Ein besonderer Aspekt des neuen Zentrums ist die bewusste Einbindung bislang oft zu wenig beachteter Perspektiven. So wird auch die Geschichte von Sinti und Roma sichtbar gemacht und erhält erstmals einen festen Ort innerhalb der städtischen Erinnerungskultur. Der stellvertretende Vorsitzende Rolf Schlotter, der an der Eröffnungsfeier teilnahm, zeigte sich darüber besonders erfreut. Hervorgehoben wurde von ihm insbesondere, dass diese Perspektiven nicht nur berücksichtigt, sondern aktiv in die inhaltliche Gestaltung eingebunden wurden – ein Ansatz, der in dieser Form bundesweit nicht noch einmal zu finden ist.
„Stadtgeschichte hoch 3“ versteht sich damit als lebendiger Ort des Austauschs, an dem Vergangenheit gemeinsam erforscht, diskutiert und in ihrer Bedeutung für die Gegenwart reflektiert wird. Durch seine zentrale Lage und das offene Konzept bietet das Zentrum beste Voraussetzungen, um unterschiedliche Menschen zusammenzubringen und Geschichte als gemeinschaftliche Aufgabe zu begreifen.


