Eröffnung der IWgR 2026 in Kiel

Ein Abend des Nachdenkens, des Zuhörens und der gemeinsamen Verantwortung

Zur feierlichen Eröffnung der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 luden das Landesdemokratiezentrum Schleswig-Holstein beim Landespräventionsrat sowie die Landesbeauftragte für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen zu einer inhaltlich wie atmosphärisch eindrucksvollen Veranstaltung ein.

Im Zentrum des Abends stand die renommierte Autorin des Werkes Sprache & Sein, Kübra Gümüşay, die in ihrer Keynote eine ebenso differenzierte wie eindringliche Auseinandersetzung mit strukturellem Rassismus und sprachlicher Gewalt entfaltete. Mit analytischer Schärfe und zugleich großer Sensibilität führte sie vor Augen, in welcher Weise Sprache als Deutungs- und Wahrnehmungsrahmen fungiert und dadurch bestehende gesellschaftliche Ordnungen nicht nur abbildet, sondern fortwährend mit hervorbringt.

Die Moderation des Abends lag in den Händen von Joanna Peprah, die den Diskurs mit Souveränität und Feingefühl leitete, während Mona Harry durch ihre künstlerischen Beiträge zusätzliche Reflexionsräume eröffnete und den inhaltlichen Impulsen eine poetische Dimension verlieh.

Ein weiterer zentraler Bestandteil des Rahmenprogramms war die Ausstellung #wasihrnichtseht von Dominik Lucha, die auf eindrucksvolle Weise die Erfahrungsrealitäten von Alltagsrassismus sichtbar machte. Sie veranschaulichte, wie tief verankert rassistische Zuschreibungen in gesellschaftlichen Strukturen sind und wie sie – oftmals subtil, mitunter jedoch offen – zur Stabilisierung von Ausgrenzung beitragen.

 

Zur gesellschaftlichen Bedeutung solcher Veranstaltungen

Veranstaltungen dieser Art sind von herausragender Bedeutung für eine demokratische und offene Gesellschaft. Sie eröffnen Räume, in denen nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch kritische Selbstreflexion angeregt wird. Gerade die bewusste Auseinandersetzung mit Sprache als Träger von Macht und Bedeutung stellt einen wesentlichen Schritt dar, um tief verwurzelte Ungleichheiten zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

Der Abend hat in eindrücklicher Weise verdeutlicht, wie notwendig es ist, Dialoge zu ermöglichen, Perspektivenvielfalt anzuerkennen und gesellschaftliche Verantwortung nicht abstrakt zu denken, sondern konkret zu leben. Solche Formate tragen nachhaltig dazu bei, Sensibilität zu fördern, Verständnis zu vertiefen und den Grundwerten eines respektvollen Zusammenlebens Geltung zu verschaffen.

Sie sind damit nicht nur Ausdruck eines engagierten gesellschaftlichen Diskurses, sondern zugleich ein unverzichtbarer Bestandteil einer lebendigen und wehrhaften Demokratie.