Gedenken an Dr. Klara Stier-Somló

Polizeibeamte erinnern  I erinnern ist Gegenwart

Am 27. Januar 2026, dem bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, gedachte die Landespolizei Schleswig-Holstein der Kieler Jüdin Dr. Klara Stier-Somló.

Dr. Klara Stier-Somló war eine angesehene Wissenschaftlerin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 1933 wurde sie aus dem Dienst an der Universität entlassen – allein aufgrund ihrer jüdischen Herkunft. 1942 wurde sie deportiert und ermordet. Ihr Schicksal steht exemplarisch für unzählige Lebenswege, die durch das nationalsozialistische Regime gewaltsam beendet wurden.

Die Gedenkveranstaltung fand am Denkmal am 1. Polizeirevier in Kiel statt. Im Rahmen der Kranzniederlegung sprach Stephan Nietz für die Landespolizei Schleswig-Holstein. Walter Pannbacker vom Landesverband der jüdischen Gemeinden Schleswig-Holstein gestaltete einen religiösen Beitrag, der dem Gedenken einen würdevollen geistlichen Rahmen verlieh.

In einem weiteren Redebeitrag erinnerte Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Schleswig-Holstein, vertreten durch Rolf Schlotter, an die gemeinsame Verantwortung gegenüber allen Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung. Dabei wurde deutlich gemacht, dass Erinnerung nicht bei der historischen Betrachtung stehenbleiben darf. Sie verpflichtet zum entschiedenen Eintreten gegen Antisemitismus, Antiziganismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit – hier und heute.

Im Anschluss an die Ansprachen wurde am zuvor gereinigten Stolperstein für Dr. Klara Stier-Somló eine Kerze entzündet. Dieses stille Zeichen des Gedenkens machte deutlich: Namen dürfen nicht vergessen werden. Biografien dürfen nicht ausgelöscht bleiben.